Literaturgoldstück der Woche: Irène Némirovsky

Viel zu wenigen wird der Name  Irène Némirovsky etwas sagen, dabei war sie vor dem zweiten Weltkrieg eine der berühmtesten Schriftstellerinnen Frankreichs- einige ihrer Bücher wurden sogar verfilmt.

1903 in Kiew geboren flieht sie mit ihrer Familie (ihr Vater ist ein reicher Bankier) vor der Oktoberrevolution nach Paris.

Bekannt wird die gebürtige Russin und Jüdin mit dem Roman „David Golder“, der ihr sofort zu Ruhm und Ansehen verhilft. Es folgen weitere Romane und Irène Némirovsky wird zum Star der Pariser Literaturszene. Doch weder ihre Bekanntheit, noch die Tatsache, dass sie zum Katholizismus konvertierte, schützt sie vor den Nationalsozialisten, die Frankreich besetzt haben:

Bevor Irène den Höhepunkt ihrer Karriere erreichen kann wird sie, ebenso wie ihr Mann, von den Nazis im KZ Auschwitz ermordet. Zurück bleibben ihre beiden Töchter Denise und Elisabeth, die den Krieg in Verstecken überleben und danach bei Freunden der Familie aufwachsen.

Erst nach dem Tod ihrer Schwester Mitte der 90er Jahre erinnert sich Denise an das Manuskript zum Roman „Suite Francaise“, das die beiden in einem Koffer versteckt unversehrt durch den Krieg gebracht hatten und das danach in Vergessenheit geriet. 2004 erscheint der Roman in Frankreich, ein Jahr später auch in Deutschland.

„Suite Francaise“ ist ein großartiges Buch, das zur Zeit des okkupierten Frankreichs spielt und den Egoismus der Menschen schonunglos offen legt, fantastisch geschrieben und ein großes Vermächtnis. Von den ursprünglich geplanten fünf Kapiteln konnte Irène Némirovsky nur die ersten zwei vollenden. Dann wurde sie brutal aus dem Leben gerissen. Hinterlassen hat sie ihrer Nachwelt eine Reihe großartiger Romane (unter anderem Jesabel, David Golder, Herr der Seelen), die man unbedingt lesen sollte, damit die begabte Schriftstellerin und ihr Schicksal nicht in Vergessenheit geraten.

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